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Meine Standart-Eigenbau-Stabplane

Eine Stabplane kann man sich ziemlich einfach für jedes Boot passend anfertigen. Nach einigen Versuchen habe ich für mich ein Standartverfahren entwickelt, das sich nach der Grösse des Stabpakets richtet, das die Plane verpacken soll.

Drei Maße sind hier wichtig:
Lstab ist die Stablänge. Für meinen E65 sind das 165cm
Bstab ist die grösste Breite des Stabpaketes, hier 30cm
Ustab ist der grösste Umfang des Stabpaketes, hier 85cm

Diese drei Maße bilden die Grundlage für alle weiteren Maße.


Als erstes schneide ich eine Plane zurecht, in diesem Fall aus Cordura, ich habe auch schon Baumwolle verwendet. Maße der Plane:
Länge = Lplane - 15cm, hier 165 - 15 = 150cm
Breite = Ustab + Bstab, hier 85 + 30 = 115cm

Die Breite von 150cm entspricht der Rollenbreite des Cordura, das ist praktisch, da kann ich die Plane ohne Verschnitt von der Rolle schneiden.
Wenn der Stoff nicht ausfranzen kann, dann sind keine Nahtzugaben nötig. Wenn doch (z.B. Baumwolle), dann muss an jeder Seite 3cm dazugegeben werden, und alle Kanten werden jetzt erst mal 2x um 1,5cm umgeschlagen und vernäht.


Dann werden die beiden Endlappen aus möglichst dickem Material geschnitten. Ich verwende hier PVC-Plane mit 1200g/qm. Die Maße ergeben sich so:
Länge = 40cm
Breite = Ustab - Bstab, hier 85 - 30 = 55cm
Die Endlappen werden nach innen eingeschlagen. Dadurch dass sie so breit sind, sind die Enden dann richtig geschlossen, da rutscht nichts raus!

Aus einem Reststück schneide ich noch einen Streifen, 80x5cm gross, als Handschlaufe. Mehr Befestigungen oder Schlaufen habe ich praktisch nie gebraucht.


Die Plane liegt jetzt mit der 'rechten' Seite nach oben, und es wird die Handschlaufe so wie auf dem Foto aufgelegt.


Dadrüber kommt dann mittig ein Endlappen. Die Position der Mitte von Lappen und Handschlaufe ist:
Ustab/2, hier also 85/2 = 42cm (Es kommt nicht auf den cm an) Dieses Maß wird auf dem Foto vom Lineal angegeben.
Mit einem Bürotacker fixiere ich das provisorisch und nähe es dann auf der Maschine mit 30er Serafil und einer 110er Nadel an. An der Handschlaufe gehe ich insgesamt 3x drüber.


Entsprechend gespiegelt wird der Lappen am 'unteren' Ende der Plane angenäht, ohne Handschlaufe.

Dann wird wie durch den Zollstock im Bild oben gezeigt eine Linie angezeichnet, längs der Plane im Abstand von:
Ustab - 5cm, hier 85 - 5 = 80cm


Entlang dieser Linie wird die Plane nun nach innen eingeschlagen und mit ein paar Stecknadeln am Rand entlang fixiert. Nun nähe ich in 4cm Abstand von der Kante eine Naht.


Das ergibt dann einen hochstehenden Saum von 4cm Breite. Genauso wird auf der anderen Seite der Saum 5cm breit eingeschlagen, und 4cm breit eine Naht genäht.
Mit Näharbeiten bin ich jetzt fertig.


An den beiden Längssäumen wird jeweils 5cm von der Kante entfernt eine Öse eingeschlagen, und dann weitere 4-5 Ösen jeweils über die Länge verteilt. Bei mir ergab das einen Ösen-Abstand von 28cm.
An den Endlappen werden auch zwei Ösen eingeschlagen, in 20cm Abstand und gemittelt.
Macht in Summe hier 16 Ösen. Die Plane ist jetzt fertig. Bis hierhin habe ich nicht mal 2 Stunden gebraucht.


Einpacken: Das Stabpaket fixiere ich zuerst mit einem Gurt, dann wird es auf der Plane ausgerichtet. Die Endlappen werden mit Schnüren über Kreuz verbunden. So kann da schonmal nichts mehr rutschen.


Dann fange ich am 'unteren' Ende an und schlage die Endlappen ein und die Plane drüber. Die Schnur ist in der ersten Öse fest angeknotet. Sobald die Schnur durch die gegenüberliegende Öse durchgeknotet ist, verrutscht auch das nicht mehr. Ist einfacher als man es sich vielleicht im Moment vorstellen mag. Dann wird weiter verschnürt, bis zum Ende.


Am Ende ziehe ich die Schnur noch mit durch die Handschlaufe. Das ist besonders stabil, und ist mir auch erst bei dieser Stabplane eingefallen. :-)


Und? Ist doch hübsch geworden, oder? Und weil das alles so schön gleichmässig verschnürt ist, klappert da auch nichts.

Viel Spass beim Nachbau!

© März 2009, Wolfgang Bion
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