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KabiVelo

aktuell

Der aktuelle Bauzustand: Das Kabrioverdeck entsteht.

Wer lieber erst mal nur Bilder gucken will: Kabi Baufotos!

Baubeginn: 12.01.2016
Steht zum ersten Mal auf drei Rädern und man kann drauf sitzen (nicht fahrbereit): 18.02.2016
Erste Probefahrt (ohne Hilfsmotor): 25.02.2016
Erste Probefahrt (mit Hilfsmotor): 12.03.2016
Erster Einsatz für den Weg zur Arbeit: 04.04.2016
Zwischenstand vom 11.07.2016: Inzwischen bin ich 800km mit dem Kabi gefahren (noch ohne Licht und ohne Verdeck), überwiegend Arbeitsweg. Meine Erfahrungen damit sind durchweg positiv. Im realen Strassenverkehr komme ich gut zurecht, auch auf den verschiedenen Radwegen. Überwiegend gibt es gar keine Reaktionen, selten kommen positive Reaktionen, fast nie negative. Das Fahrgestell funktioniert ohne Ausfälle und fährt sich komfortabel. Der Motor macht aber Lärm.

Das KabiVelo ist ein geräumiges Kabinenfahrrad. Die Konstruktion ist eine Weiterentwicklung meiner bisherigen Trikes:

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Swift (BJ. 2000) Mambo (BJ. 2008)

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Der Rahmen ist im Prinzip ein Mambo mit verlängertem Radstand und verbreiteter Spur. Damit noch genug Last auf das Hinterrad kommt, rückt die Vorderachse weit nach vorne. Das erfordert eine fersenfreie Vorderachsen-Konstruktion. Und mehr Innovation ist da auch nicht dran: Es ist und bleibt eine Eisensau und kann sich nicht mit aktuellen Entwicklungen im Velomobilbereich messen. Es ist für mich auch mehr Elektrofahrzeug als Velomobil.

Die Verkleidung bzw. Karosserie baue ich 'Skin on Frame', also ein Gerüst aus Alu- und Stahl- Rohren, das mit geeigneter Plane bespannt ist. Das ist mit Methoden herzustellen, die ich vom Faltbootbau her kenne, mit Aufwand auch später noch zu verändern, reparabel und je nach Bespannungsmaterial auch sehr langlebig. Formenbau usw. fällt weg. Ich verwende LKW-Plane, davon habe ich noch genug Produktionsreste von meinen Geccos rumliegen. Wenn ich Plane neu kaufen müsste, würde ich etwas verwenden, das umweltfreundlicher produziert werden kann. Die Materialqualität ist aber wichtig, bei dem Aufwand sollte die Bespannung lange halten und reparabel sein.
Dass ich so ein geräumiges Kabinenfahrrad baue ist eine Probefahrt im Velayo schuld. Es hat mich gleich begeistert, daß da drinnen so viel Platz ist und es von aussen nicht ganz so winzig aussieht. Ich wollte aber ein Kabrio-Dach. Dafür habe ich mich an einem historischen Vorbild orientiert, da meine eigenen Designversuche immer zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt hatten. Der im Vergleich zu schlanken Performance-Velomobilen voluminöse Auftritt erzeugt definitiv eine höhere Akzeptanz und Sichtbarkeit im real existierenden Verkehr. Auf Radwegen kann das wieder nachteilig sein.

Diese Seite ist nur eine Art Bautagebuch. Eine genauere Bauanleitung ist nicht geplant. Wer sich da betätigen will, darf das gerne in Form eines Open-Source Projektes tun. Ich übernehme keinerlei Haftung! Für die Strassentauglichkeit seines Velomobils ist jeder selbst verantwortlich.

Einige Eckdaten:

  • Gesamtlänge: ca. 2850mm
  • Radstand: ca. 1900mm
  • Gesamtbreite: ca. 1000mm (passt auf die meisten Radwege)
  • Alle Laufräder 20" und gefedert, Reifen Marathon Plus
  • Sitzhöhe 200mm. Ein Fahrersitzplatz, dahinter ein Notsitz bzw. Stauraum
  • Pedelec-Hilfsantrieb, der ist meinen leider zunehmend schmerzenden Kniegelenken geschuldet

Ein Leichtbau wird das nicht, es ist ja auch kein Sport-Velomobil, sondern was für den Alltag. Das wird eher ein Lastenrad für eine Person und Gepäck, oder eine Person und ein Notsitz für eine zweite, nicht zu große Person. Entsprechend hat es auch das Gewicht eines Lastenrades.

Der Bauaufwand ist sehr hoch. Ich möchte das kein zweites Mal (nach-)bauen. Dadurch dass ich aber erst Ideen und Lösungen erarbeite, macht es beim ersten Mal auch sehr viel Spass. Und das Ergebnis gefällt mir gut.

Nach Lackierung und Montage aller Fahrradkomponenten (ohne Motor) eine kleine Probefahrt, und ein 'Walkaround-Video':

Erste größere Runde mit Elektroantrieb:


Fahreindrücke: Mit dem Elektroantrieb kam ich gut klar. Zu Hause habe ich das 52er Kettenblatt gegen ein 65er getauscht, weil ich wegen Knieproblemen zur Zeit nur mit niedrigen Trittfrequenzen klar komme.

Hier noch ein Video von einer längeren Ausfahrt:




Hier ist das Bautagebuch:

Zum ein- und ausklappen der einzelnen Abschnitte auf die Überschriften klicken.

1. Vorderachse

2. Hauptrahmen, Sitz und Lenkung-Version 1 und 2

3. Hinterradschwinge

4. Lackierung und Montage

5. Kabine und Lenkung-Version 3

Die Kabine besteht aus Rohren und Planen. Feste Platten sind nur die Rückwand und evtl. der Boden.

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Der Bau der Kabine fängt mit der Rückwand an, da hier auf der Rückseite die Elektrik installiert wird. Die Rückwand besteht aus 4mm Siebdruckplatte und ist am umliegenden Rahmen angeschraubt. Auf der Vorderseite ist mittig eine Verstärkung aus 0,3mm Alublech mit Pattex aufgeklebt, damit der schwere Akku mehr Halt hat.
Der hintere Verkleidungsrahmen muss auch etwas Gepäck tragen können. Daher verwende ich hier 25er Alurohr aus einer hochfesten Legierung, das sind ebenfalls Produktionsreste von meinen Geccos. Die Blindnieten betrachte ich als Sollbruchstelle, und die sind auch sonst leicht zu erneuern.

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Vorne gehts jetzt auch los mit dem 'Cockpitspant'. Diesen benötige ich, um nun die Lenkung in Version 3 zu bauen. Diese funktioniert endlich ganz hervorragend, spielfrei und leichtgängig und der Kurvenradius ist unter 4 Meter gesunken. Der Lenker ist auch stabil genug, um sich mal drauf abzustützen. Die Sicht nach vorne über das 'Amaturenbrett' aus 1mm Alublech ist gut, bei einer Probefahrt habe ich gar nicht darüber nachgedacht, also muss es wohl passen :-)

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Am Bug entstehen die ersten formgebenden Rohre. Sehr zeitaufwändig, 3 Stunden für 2 Rohre. Das dicke Alublech am Heck bringt viel Stabilität und später viele Befestigungsmöglichkeiten. Wegen Feiertagsruhe (Ostern) komme ich aber nicht so recht voran.
Die LKW PLane schneide ich nach Schablone, um Verschnitt möglichst zu vermeiden. Ich habe nur begrenzte Reste und möchte damit auskommen. Die einzelnen Planenpanele werden am Gerüst verschnürt. Dazu falte und klebe ich die Kanten um, wobei ich alte Seilzüge einlege, um hier zusätzliche Stabilität gegen ausreißen zu erhalten (ich habe aber keine Ausreißversuche gemacht, und halte das auch ohne Stahlseil schon für stabil genug). Die einzelnen Löcher schmelze ich mit einem Lötkolben ein. Die Schnur ist in der Art von Schnürsenkeln, ein sehr günstiger Flohmarktfund noch zu D-Mark Zeiten. Es ist eine Kunstfaser, also verrottet auch nicht. Die Verschnürung ist einfach herzustellen, nachzuspannen, und die Panele sind mit Aufwand abnehmbar und auswechselbar. Sie dürften aber auch Jahrzehnte Gebrauch überstehen. Heck und Seitenpanele sind mit Druckknöpfen verbunden und so einzeln abnehmbar, ausserdem finde ich den Look der Druckknöpfe schick.

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Für den Deckel hatte ich schon Anfangs Halter am Rahmen angeschweisst, die kamen nun zum Einsatz. Mit M6 Gewindestangen, um 90 Grad abgewinkelt, wird ein erstes Alurohr quer befestigt. Die Position ist so gewählt, dass es um gut 90 Grad schwenkbar ist, so dass der Deckel sich später auch auf und zu klappen lässt.
An diesem Rohr wird nun der obere Bügel, und danach die übrigen formgebenden Rohre befestigt. Innen ist noch ein geschlossenes Rechteck aus dünnen Rohren angebracht, hiermit wird die Plane verschnürt. Die Verschnürung muss ich noch nachspannen, wenn sich die Plane etwas entknautscht hat.
Die graue Plane habe ich noch mit Felgensilberspray übergejaucht. Ich bin mir aber noch nicht so sicher, ob das eine gute Idee war.
Hinzugekommen sind auch noch zwei Reflektoren. Die bekommen vielleicht noch hübsche Gehäuse aus dünnem Alublech.

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Und dann wurde es mal wieder Zeit für eine Probefahrt. Hier besuche ich einen fremden Ladehalt, wo ich in Zukunft wohl öfters mal Halt machen werde.


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Den Abschluss der Heckklappe habe ich noch mit 0,8mm Alublech aufgehübscht. Sieht schön Retro aus :-)
Danach ging es am Bug weiter. Die letzten Alurohre seitlich der Räder fehlten noch. Dann kam ein Querbügel aus Alu-Bandmaterial dazu. Der versteift die Rohre untereinander. Ausserdem sind hier Halter für Spiegel und Seitenblinker integriert (mit einer Holzleiste versteift), sowie an den Enden für die Aussenrohre der Kotflügel.

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Nun kann der Bug endlich bespannt werden. Schablonen aus Folie, Zuschnitt aus Plane.

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Teile zusammennähen und drüber spannen, das war der Plan. Hat nur nicht funktioniert. Es wollte einfach nicht passen. Also habe ich die einzelnen Planenteile direkt auf die Rohre genietet. Große Unterlegscheiben aus V2A kamen unter die Nieten.

An dieser Stelle war 3 Monate Schaffenspause. Ich musste auch mal Tageslicht sehen. 800km hat das Kabi nun schon gefahren. Ich musste erst 4 Schrauben nachziehen, alle am Schwingenlager der Vorderachse. Die muss ich mal mit Sicherungslack sichern.

Nun geht es weiter mit den Kotflügeln:

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Zuerst entstand ein Innenkotflügel aus einem alten Betonkübel. Den habe ich nur grob gereinigt, er wird eh wieder dreckig, da er den ganzen Dreck von den Reifen abbekommt. Oben drüber kam dann noch ein Kotflügel aus Alublech. Beides zusammen ist sehr stabil.
Überhaupt hat sich die Konstruktion bisher als sehr dauerhaft erwiesen. Lange habe ich mit dem etwas knautschigen Look des Bugs gehadert. Ein etwas elastisches Material wäre hier erforderlich gewesen, um es faltenfrei zu bekommen. Aber die LKW-Plane ist einfach robust und so lebe ich mit den Falten. Wenn erst mal Spiegel, Blinker und Lampe dran kommen, tritt das optisch in den Hintergrund. Wie man sieht, habe ich auch den Bug mit Felgensilber eingesprüht.


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Hier sind nun Spiegel, Lampe und Blinker dazu gekommen. Die Blinker sind die Originale vom Messerschmitt Kabinenroller. Normalerweise sind die nicht zu bezahlen, aber ich hatte Glück: Auf Ebay wurden die unter falscher Beschreibung angeboten. Ja das gibts wirklich :-)


Jetzt baue ich das Kabrio-Verdeck:

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Auf der kleinen Skizze lässt sich noch nicht viel erkennen, und es ist auch nur ein grober Plan. Die ersten beiden Rohre bilden das Fundament, sie haben je einen Dreh- bzw. Befestigungspunkt. Da drauf baut sich alles andere auf.
Zum Ein- und Aussteigen kann man dann den vorderen Teil mitsamt Frontscheibe nach hinten hinter den Sitz klappen. Bei schönen Wetter kann das auch da bleiben, dann ist vorne alles so offen wie bisher ohne Verdeck.
Um an den Raum hinter dem Fahrersitz zu gelangen, wird der hintere Teil einfach hoch geklappt.
Sind beide Teile ausgeklappt, so ist das Verdeck geschlossen.

6. Elektrik

 

 


© 2016, Wolfgang Bion
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