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Vollverkleidung fürs Liegerad selbstgebaut!

Die Verkleidung meiner Forelle

Achtung! Diese Bauanleitung halte ich inzwischen für überholt. Es gab einige Probleme, die ich inzwischen erkannt habe. Keine Panik, der grundsätzliche Aufbau ist schon okay. Näheres in meinem Designkapitel unter Verkleidungsdesign .

  • sie dröhnt nicht
  • sie klappert nicht
  • sie wiegt fast nichts (3-5 kg)
  • sie ist beinahe unkaputtbar
  • und sie ist einfach und schnell zu bauen und dabei optimal auf Dein Liegerad angepasst
  • billig und trotzdem stabil ist sie dabei auch noch

 

Isomatte goes Alurohr

Im Prinzip handelt es sich bei meiner Vollverkleidung um das bekannte Meufel-Flausch Prinzip: Um mal eben für ein Rennen etwas Aerodynamik herauszukitzeln wickelt man sich und seinen Lieger in mehrere Quadratmeter Schaummatte. Viele dieser Konstruktionen flattern jedoch heftig im Wind und sehen nach kurzer Zeit klebestreifenübersäät häßlich aus. Eine brauchbare Alltagsvervleidung muß jedoch stabil sein, eine witterungsbeständige Oberfläche haben und flattern darf hier auch bei starkem Seitenwind nichts. Außerdem muß eine Alltagsverkleidung irgendwie gut aussehen, sonst nervt bald das gejohle der primärreizorientierten Artgenossen und der Diensteifer der Polizei.

Also müssen wir das Meufel-Flausch Prinzip ein wenig aufmotzen. Wir geben unserer Verkleidung einen stabilen Rahmen aus Alu-Rohr und eine Aussenhaut aus Wachstuch.
Alurohre gibt's im Baumarkt, Stärken von 12x1 für den Hauptrahmen und 10x1 für den Rahmen der Kabinenhaube haben sich bewährt. Als Matte habe ich Isomatte genommen weil leicht erhältlich und billig. Jede andere geschlossenporige (!) PU-Schaummatte tuts aber auch. Das Wachstuch von der Rolle ist mir zu dünn. Entsprechende Tischdecken, es gibt sie in vielen Farben, sind robuster und auch nicht teurer, wiegen aber mehr. Geklebt wird alles mit Pattex. Zwei große Dose hab ich komplett verbraucht. Verbindungen von Metall auf Metall klebe ich mit Loctite.

Das Verkleidungskonzept

Die Verkleidung sollte eine schöne und praktische Form erhalten. Dabei ist besonders wichtig, wie man hinein und heraus kommt.
Eine große Haube wie bei der Leitra finde ich schwierig zu befestigen und unpraktisch bei Wind. Also ziehe ich eine nicht zu große Kabinenhaube vor, die man auf und zu klappen kann.
Bei einem Liegerad mit Lenker über/vor dem Sitz steigt man hinter dem Lenker ein. Hier sollte ein hinterer Kabinenhaubenteil nach hinten oder zur Seite klappbar gestaltet werden. Bei Lenker unter dem Sitz steigt man vorneherum ein. Ein vorderer Kabinenhaubenteil, der nach vorne oder zur Seite klappbar ist, ist hier optimal. Durchstiegshöhen unter 50cm und ausreichend große Einstiegsöffnungen erleichtern die Handhabung.
Ob man jetzt den Kopf aus der Verkleidung herausschauen lässt (keine Sichtprobleme bei Regen), den Kopf umkleidet (wie bei der Leitra) oder eine große, flache Frontscheibe bevorzugt, sei jedem selbst überlassen. Wichtig ist eine gute Rundumsicht. Montiert man die beiden Kabinenhaubenteile so, daß sie abnehmbar sind, lässt sich bei schönem Wetter auch oben ohne fahren. Für den plötzlichen Regen zwischendurch kann man sich ein einfaches Regenkape nähen, das man am vorderen Rahmenteil einhängt und hinten nochmal befestigt (z.B. mit Klettband).

Hauptrahmen

 

Hauptrahmen
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Zum Bau

Als Erstes braucht man einen festen Punkt über und ein wenig vor dem Tretlager. Und zwar mindestens 5cm über den Zehenspitzen am höchsten Punkt. Wird das zu hoch, so geht's auch weiter vorne. Hier muss man sich was einfallen lassen: Man kann ein Rohr anlöten. Oder man nimmt etwas 1mm Stahlblech und fertigt daraus eine Halterung (U-förmig mit einer Bohrung in Tretlagergewindedurchmesser in jedem Schenkel), die man zusammen mit dem Tretlager verschraubt.

Skizze 1

Ein Aluband 30x3mm anschrauben, in entsprechender Höhe über dem Tretlager mit einem Radius von 12mm nach hinten biegen und ca. 20cm hinter dem Tretlager mit einer Schlauchschelle am Rahmen befestigen. Oben an der Spitze dieser Konstruktion bohrt man zwei Löcher 10mm, durch die man eine kleine Schlauchschelle fädelt. Hiermit kann man das eingelegte Alurohr des Hauptrahmens festziehen.

Skizze 2

Der nächste Befestigungspunkt für den Hauptrahmen ist unter dem Sitz. Hier muss man irgendwie ein Alurohr 12x1 quer stabil befestigen. Dazu eignen sich z.B. Kunststoffschellen von Hydraulikleitungen. In der Gesamtbreite der Verkleidung werden die Enden rechtwinklig nach oben gebogen und in einer Höhe von möglichst unter 50cm (Durchstiegshöhe!) abgesägt. Bei einem Liegezweirad mit über 50cm Sitzhöhe biegt man die Rohrenden natürlich nach unten. Auf die Enden kleben wir je ein T-Stück aus Kupfer vom Sanitärbedarf mit Loctite fest.

Skizze 3

Der letzte Befestigungspunkt ist ganz hinten. Hier genügt es, einen Punkt zu haben, wo man das Hauptrahmenrohr mit einigen Kabelbindern festziehen kann, z.B. am Gepäckträger.

Als Hauptrahmenrohr nehmen wir ein Alurohr 12x1 von 2m Länge, markieren die Mitte und biegen von der Mitte ausgehend das Rohr über einer Fahrradfelge zu einem U. An der markierten Mitte wird das Rohr nun am vorderen Befestigungspunkt mit der Schlauchschelle zunächst locker angeschraubt.

Skizze 2

In Durchstiegshöhe werden die Rohrenden nun zum mittleren Befestigungspunkt hin gebogen und dort mit den Kupfer-T-Stücken verklebt. Sollten die Rohre nicht lang genug sein, so können sie mit einem eingeklebten Stück Alurohr 10x1 verlängert werden. Ein solches Stück (10cm lang) kleben wir jetzt auch in das Rohrende an unserem mittleren Befestigungspunkt. Der hintere Teil des Hauptrahmens wird jetzt hier unter Loctite-Zugabe aufgesteckt , zum Rahmenheck geführt und mit Kabelbindern befestigt.

Skizze 3

TIP: Wo die Kabelbinder hinkommen zuerst mit Isolierband umwickeln (beide Teile einzeln). Dann verrutscht das nie mehr!

Nun können wir noch vorne die Schlauchschelle festziehen, wenns wackelt mit Streichhölzern unterfüttern.

Mit diesem Verkleidungsrahmen sollte man ruhig mal einen Tag probefahren. So erkennt man mögliche Probleme noch rechtzeitig. Das Gute an dieser Konstruktion ist, daß man nach praktisch jedem Bauabschnitt alles direkt testen kann und das Liegerad nicht für Wochen im Bastelkeller festhängt.

Ein Alurohr 10x1 (8x1 tuts auch) wird ebenfalls über eine Felge gebogen und am Hauptrahmen mittels Isoband und Kabelbindern nach vorne befestigt. Man darf nirgendwo mit den Füßen anstoßen!

Nun kleben wir die Isomatte mit Pattex an. Unterhalb des Rahmens einmal ganz rum, vorne etwas einschneiden und zu einer schönen Wölbung verklebt. Dann die Nase oben schön rund aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Den unteren Saum kann man noch mit einem Alurohr 10x1 verstärken, von vorne bis zum mittleren Befestigungspunkt. Da sich mit Isomatte so schön experimentieren läßt, ist es nicht schwer, eine schön runde Form hinzubekommen. Belüftungsöffnungen kann man auch gleich mit ausschneiden.

Das ganze wird jetzt sauber mit Wachstuch beklebt. Dabei ist wichtig, auf die ganzen Flächen dünn mit einem Spachtel Pattex aufzutragen und gut abtrocknen zu lassen. Sonst gibt's Falten. Auch sollte man das Wachstuch lieber einmal mehr als einmal zu wenig einschneiden um Falten zu vermeiden. Das Wachstuch wird um die Klebestellen an den Alurohren herumgezogen und auch von innen angeklebt. Die schwierigen Stellen werden zuerst beklebt, z.B. Belüftungsöffnungen. Dann kann man die größeren Flächen hier sauber ansetzen. Klebstoffreste entfernt man mit Perpentinersatz und einem sauberen Lappen.

Rohbau 1
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Rohbau 2
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Rohbau 3
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Rohbau 4
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Skizze 4

Als nächstes folgt die Kabinenhaube. Ich gehe hier mal davon aus, daß ein vorderer, klappbarer Teil und ein hinterer, fester, aber abnehmbarer Teil gebaut werden soll. Zunächst müssen wir die Trennungslinie zwischen beiden Teilen festlegen. Dabei müssen besonders die Sichtverhältnisse abgeschätzt werden, da dieser Bereich später ca. 10cm breit wird.

Kabinenrahmen 1
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Kabinenrahmen 2
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Nun biegt man aus Alurohr 10x1 den Rahmen für den vorderen Kabinenteil. Müssen Rohre zusammengesetzt werden, so klebt man ein Stück Alurohr 12x1 über die Trennungsstelle. Alurohr 8x1 hat jedenfalls bei mir nicht ins 10x1´er hineingepasst. Der Rahmen wird nun erst einmal provisorisch mit einigen Kabelbindern am unteren Verkleidungsteil befestigt. Nun folgt der hintere Kabinenrahmen in gleicher Weise, ebenfalls mit Kabelbindern befestigt. Aus vier kleinen Scharnieren ca. 20x30mm schlagen wir nun die Stifte heraus und verbinden die Scharniere mit selbstgebogenen Splinten aus 1.5mm Federstahldraht.

Skizze 4

Diese Scharniere nieten wir nun sinnvoll verteilt zwischen hinterem Kabinenrahmen und Hauptrahmen von innen fest. So lässt sich der hintere Kabinenrahmen später abnehmen, indem man einfach die Splinte herauszieht. Der vordere Kabinenrahmen wird mit einem größeren Scharnier ganz vorne klappbar befestigt. Auch hier wird der Stift durch einen Splint ersetzt, um die Haube abnehmbar zu machen. Verwendet man ein Zweigelenkscharnier,

Skizze 6

so läßt sich der vordere Kabinenrahmenrand ein Stück nach oben klappen. Das sorgt bei Bedarf für zusätzliche Belüftung. Ein Schnapphaken aus 0.5mm Stahlblech dort wo beide Rahmenteile oben zusammentreffen hält den vorderen Haubenrahmen sicher fest.

Skizze 5

Man kann auch ein 25mm breites Stück Klettband verwenden. Jetzt können wir die Kabinenhaube mit Isomatte bekleben. Die Fensterausschnitte werden so gearbeitet, daß das Plexiglas eine ca. 30-40mm breite Auflage aus Isomatte erhält. Dadurch wird das Dröhnen der Scheiben gedämpft. Nachdem wir nun die Haubenteile abgenommen haben, können sie mit Wachstuch beklebt werden.

Kabinenrahmen 3
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Kabinenrahmen 4
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Die Frontscheibe aus ca. 0,8 - 1mm Plexiglas habe ich mit insgesamt 15 Stücken Klettband von je 20mm Länge außen auf dem Rahmen befestigt. Das Klettband wird einfach mit Heißklebepistole angeklebt oder man nimmt selbstklebendes. Der Rand wird mit Wachstuch beklebt, um das Klettband unsichtbar zu machen. Außerdem kann man die Kante noch mit einem Gummiprofil einfassen. Ist die Scheibe rundherum 20mm breiter als der Rahmen, wird alles regendicht.

Die Seitenscheiben fertige ich aus guter Folie z.B. von Autoverdeck-Scheibenfolie. Sie ist ebenfalls mit Klettband befestigt (von innen) und so individuell teilweise oder ganz zu öffnen. Alle Scheiben sind dadurch leicht austauschbar.

Viel Spaß mit der neuen Verkleidung!

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© August 1997, Wolfgang Bion
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