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Wiesel, flink wie ein...

Das Wiesel ist meine neueste Faltboot-Entwicklung. In meinem Kanuverein http://www.ksg-koeln.de/ liegt das halbe Bootshaus voll Rennboote, das hat wohl abgefärbt :-) Und da ich den Ehrgeiz entwickelt habe, mehrmals pro Woche eine Trainingsfahrt auf dem Rhein zu unternehmen, kam der Wunsch nach einem schnellen Faltboot auf. Zu kaufen gibt es sowas aktuell kaum. Also hatte ich wieder eine Herausforderung.


Anpaddeln auf dem Baldeneysee am 11.04.2010

Es waren insgesamt 10 Faltboote am Start und es war ein schöner und erlebnisreicher Tag. Für das Wiesel war es der erste 'richtige' Auslauf. Es hat sich sehr gut benommen und ist auch ein paar mal gut losgespurtet.
Hier sind einige Bilder: (anclicken zum Vergrössern)
 
 
 

   
Hier gibts weitere Fotos auf Picasa von Maifee



Das Wiesel ist auf Geschwindigkeit und Geradeauslauf ausgelegt. Seine Form mit dem schlanken Bug und dem breitem Heck ist optimal für schnelle Fahrt auf Binnengewässern. 540cm Länge, die bis auf wenige Zentimeter komplett an der Wasserlinie anliegen, sind ein Statement für sich. 58cm Gesamtbreite sorgen trotz nur 54cm Wasserlinienbreite für hervorragende Stabilität. Die Endstabilität im angekanteten Zustand ist sehr hoch. Ohne zu stützen kann man das Wiesel bis zur Deckskante ankanten. So lässt es sich auch um engere Kurvenradien steuern, ohne das Hecksteuer einsetzen zu müssen. Das am Heck angebrachte Steuer ist nicht wirklich nötig. Es bietet für lange Fahrten auf offenen Gewässern einen kräftesparenden Ausgleich für z.B. Winddrift. Für diesen Zweck reicht ein kleines, strömungsgünstiges Steuerblatt, welches schon in Arbeit ist.
Die optimale Zuladung beträgt 100kg. 40kg Gepäckzuladung, ordentlich verteilt, sind auch drin. Zusammen mit der Steueranlage sind dann auch längere Touren bei flotter Fahrt möglich. Nicht viele Faltboote bieten das noch!

Die Gerüstkonstruktion ist bewusst einfach gehalten. Das Gerüst besteht aus Alurohren und nur fünf Sperrholzspanten. Verbunden wird beides mit Hilfe einer selbst entwickelten Beschlagslösung, die ebenso einfach wie wirkungsvoll ist. Je Gerüsthälfte bleiben alle Rohre per innenliegendem Gummizug mit den Steven verbunden. Das erleichtert den Aufbau, das Sortieren vieler Einzelteile entfällt. Die Aufbauzeit beträgt ca. 20 Minuten.

Die in die Hülle integrierten, auswechselbaren Luftschläuche formen das Unterwasserschiff rund und geben dem Rumpf seine gute Stabilität. Diese Konstruktionsweise ist aktuell die fortschrittlichste und setzt sich bei vielen Faltbootmarken durch. Am konsequentesten hat das meiner Meinung nach bisher Triton umgesetzt.
(Davon zu unterscheiden ist hier das traditionelle Faltboot mit Seitenluftschläuchen: Diese ragen sozusagen als Extrawulst aus dem sonst schlanken Unterwasserschiff seitlich raus, und sorgen für erhebliche Fahrwiderstände.)

Das Deck ist mit einer grossen Öffnung versehen, die genau wie beim Gecco mit einer angekletteten Süllrand-Persenning verschlossen werden kann. Es ist sehr bequem, sowohl beim Auf- und Abbau, beim Wühlen im Gepäck, als auch bei 'Ententeichbedingungen', wenn offen gefahren werden kann. Für den Komfort sorgt neben dem Evazote-Formsitz mit Rückenlehne der feste Steuerbock, auf dem die Füsse vollflächig aufliegen können. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Gurtsystems ist die Sitzanlage für jede Körpergrösse leicht einstellbar. Am Süllrand sind Schenkelhaltergurte angebracht, die einen guten Bootskontakt ermöglichen.

Die Stablänge beträgt nur 96cm, wobei alle Stäbe gleich lang sind, bis auf die, die an den Steven fest montiert bleiben. Das ganze ist also ein kompaktes Gepäckstück und für die Reise per Bahn oder Flugzeug sehr handlich.

Ohne das Pouchsteuer wiegt das Wiesel ca. 23kg. Das ist für die Bootslänge normal. 9kg davon entfallen auf das Gerüst, 9kg auf die Haut, der Rest auf Sitzanlage, Süllrandpersenning und sonstige Ausstattung.

Mal schnell eine Packtasche genäht, ist noch nicht perfekt. Auf der Rückseite gibt es einen Schultergurt und eine Handschlaufe am oberen Ende. Die Tasche passt gut auf meinen Maroske-Bootswagen.


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