Anmelden Kontakt Impressum/AGB JavaScript ist nicht aktiviert!

Technisches Konzept des Swift

Einige Detailfragen

Bremsen:
Für die Vorderräder habe ich mich für Trommelbremsen mit Seilzuganlenkung entschieden. Diese habe ich preiswert bei Pedalkraft bezogen. Sie sind mit Sachs Trommelbremsen ausgestattet, die auf 12mm-Achse für einseitige Aufhängung umgebaut wurden. Die Qualität ist gut.
Diese Variante ist nicht mehr ganz zeitgemäss. Immer häufiger werden hydraulische Scheibenbremsen verwendet. Das ist natürlich das non-plus-ultra, sowohl von der Bremswirkung als auch vom Preis.
Meine Trommelbremsen werden über einen einzigen Bremshebel angesteuert. Ich nehme dazu einen Motorrad-Bremshebel, da dieser einen grösseren Hub hat. Die Hubkraft muss auf beide Bremsen gleichmässig verteilt werden. Dazu ist ein Bremskraftdifferential notwendig, das aber ganz einfach zu realisieren ist. Ich werde es später noch beschreiben.
Eine Hinterradbremse bringt am Dreirad wenig. Da laut StvZo aber zwei voneinander unabhänige Bremsen zur Verfügung stehen müssen (ist ja auch sinnvoll), baue ich hinten V-Brakes an. Ein paar billige reichen aus. Die Hinterradbremse braucht man auch zum Sliden: Bei voller Fahrt stark einlenken und dabei das Hinterrad blockieren, schon kann man in die entgegengesetzte Richtung weiterfahren :-)
Beleuchtung:
Die nach StvZo zugelassene Fahrradbeleuchtung reicht mir nicht immer aus. Ich will auch auf unbeleuchteten Wirtschaftswegen noch alle Schlaglöcher sehen können. Daher baue ich eine Akkubeleuchtung ein, die aus 1-2 Halogenspots 20W besteht.
Die normale Dynamobeleuchtung verwende ich noch zusätzlich. Akkus können ja auch mal im falschen Moment leer sein. Der beste Dynamo wäre ein Nabendynamo. Den gibt es nur für Vorderradachsen, er kommt hier also nicht zum Einsatz.
Ich verwende den Walzendynamo von Union. Dieser soll gut funktionieren und lange halten. Ganz billig ist er aber nicht. Der grosse Vorteil ist aber, dass er sich über einen Bowdenzug einschalten lässt. Das geht ganz bequem vom Lenker aus. Da ja alles unter einer Verkleidung verschwindet ist das ein unverzichtbarer Vorteil.
Schaltung:
Als Schaltung verwende ich die Sachs 3x7. Dadurch sind alle Schaltelemente hinten, vorne reicht ein 42er Kettenblatt. So kann ich den vorderen Kettenzug bis zum Sitz vollständig kapseln, wie beim Hollandrad etwa.
Die 3x7 wird inzwischen nicht mehr von Sachs sondern modifiziert von SRAM hergestellt. Da ich nicht erst Opfer möglicher Kinderkrankheiten dieser neuen Nabe werden will, habe ich mir noch schnell eine alte von Sachs besorgt.
Dazu bekam ich von Oliver Klamann, der bei SRAM arbeitet, per Email einen persönlichen Kommentar. Ich gebe das hier wieder, um eine einseitige Meinungsbildung zu vermeiden:
Ich kann Dich und alle Deine Leser beruhigen, die SRAM 3x7 Nabe entsteht auf den selben Maschinen und mit den selben Teilen wie die Sachs 3x7 Nabe zuvor. Der einzige Unterschied ist der Aufdruck und der Herstellungsort, der sich nun ca. 1km von Sachs entfernt befindet. Kein Grund zur Panik.
Es handelt sich dabei NICHT um eine offizielle Mitteilung der Firma SRAM.
Nüchtern betrachtet vereint die 3x7 aber die Nachteile von Naben- und Kettenschaltung: Der hohe Wartungsaufwand der Kettenschaltung und das hohe Gewicht der Nabenschaltung, das an einer Federschwinge besonders nachteilig ist.
Reifen
Ich verwende Top Touring 2000. Diese haben den Ruf, robust zu sein. Dafür ist der Rollwiderstand relativ hoch. Vorne verwende ich 37-406, hinten breitere 47-406, da am Antriebsrad mehr Bodenhaftung benötigt wird.
Der Reifenverschleiss ist am Dreirad immer höher als beim Zweirad, da die Reifen ja immer nur auf der mittleren Spur laufen. Ausserdem übertragen sie oft grosse Seitenkräfte auf den Boden, dadurch radieren sie dann etwas. Eine schlecht eingestellte Spur wirkt geradezu vernichtend.

Das Rahmenkonzept

Skizze
Hier ist erst mal eine Skizze des Hauptrahmens.
Der Rahmen ist eine Gitterrohr-Rahmenkonstruktion. Der Fahrer sitzt in diesem Rahmen drin und ist dadurch vor äusseren Gewalteinflüssen schonmal ganz gut geschützt. Integriert sind Armlehnen und Rückenlehne. Weiter vorne stehen die Vorderräder als Schutz zur Verfügung. Bevor da was bricht und den Fahrer gefährdet wird das Swift eher weggeschoben, etwa bei einem Aufprall eines PKW. Etwas ungeschützter ist der Fussbereich bei Aufprall von schräg vorne.

Achse Konzept
Die Aufhängung der Vorderradachse habe ich mir bei Werner Stiffel abgeguckt. Er schreibt dazu:
Wohl die einfachste Aufhängung (von der mit Blattfedern abgesehen) ist die folgende Ausführung. Die Achse ist mit einem umgedrehten Reaktionsdreieck geführt. Dieses nimmt die Querkräfte, das Bremsmoment und zusammen mit einem weiteren Längslenker die Längskräfte auf. Alle drei Lager sind als Gummilager ausgeführt, um die leichte Schrägstellung beim einseitigen Federn auszugleichen.
Diese Konstruktion hat er selbst entwickelt für sein Dreirad 3R4. Die Lager werden dabei mit Blechaugen am Hauptrahmen befestigt, die Achse selber wird mit Gummifedern gehalten.

Achse Konzept
Das Hinterrad wird an einer gezogenen Längsschwinge befestigt. In Höhe der Radachse setzt drehbar gelagert eine senkrecht stehende Gabel an, die am oberen Ende über Gummifedern federnd mit dem Hauptrahmen verbunden ist.

 

© Oktober 2000, Wolfgang Bion
Diese Seite darf frei kopiert, weitergegeben und veröffentlicht werden, solange keine kommerziellen Interessen bestehen, nichts hinzugefügt oder entfernt wird und der Autor als Urheber kenntlich gemacht wird.

 


nach oben