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Die Endmontage

Jetzt wirds erst richtig spassig, die Endmontage steht an. Der Lack ist zwar noch weit davon entfernt, durchgetrocknet zu sein, aber wer will darauf schon warten?
Die ganze Sache wird ganz schön aufwendig. Allein von der Hinterradschwinge führen 6 Leitungen weg: 2 Schaltungszüge, 2 Lichtkabel, 1 Dynamozug und 1 Zug für dei Radlaufklingel. Das nur mal so als Beispiel :-)

Die Endmontage beginnt
Hier ist der Hauptrahmen mit eingebauter Achse. Das Zeug in dem Karton muss alles noch dran, noch mehr Zeug liegt noch in den Regalen rum.

Schwinge
Die Schwinge mit vormontierten V-Brakes und Dynamo. Die Lichtkabel sind auch schon angeschlossen, später kommt man nicht so gut an die Anschlüsse dran. Ich verwende haushaltsübliche 2-adrige Stromkabel mit 0,75 qmm Querschnitt und schwarzer Aussenhülle. Das sieht optisch aus wie ein Bowdenzug, ist also unauffällig, ausserdem langlebig und elektrisch einwandfrei. Zum Anschluss quetsche ich passende Steckerchen an die Kabelenden.

Trommelbremsen  Achsschenkelblech
Nun habe ich die Achsschenkel und die Alubleche angeschraubt. An den Achsschenkeln sind die Trommelbremsen mit einer Schraube (siehe roter Pfeil) angeschraubt. Diese Schraube ist sehr wichtig, sie überträgt die Bremskräfte auf die Achsschenkel!


Nun sind die Vorderräder drangeschraubt und die Spurstange. Diese musste genau eingestellt werden: Der Abstand der beiden Vorderräder muss bei Geradeauslauf an der Vorderkante genau gleich gross sein, wie an der Hinterkante. Das kann man von Felge zu Felge mit dem Zollstock nachmessen.
Die Lenkhebel sind auch noch dazugekommen. Die Lenkhebel-Achsschrauben habe ich mit Loctite gesichert.

Hier sieht man auch, wie die Radverkleidungsträger, die an den Achschenkeln noch dazu gekommen sind, um das Rad herumgreifen.


Die Lenkhebel sind angeschlossen. Hier muss alles gut gesichert werden, da darf nichts wackeln. Ich verwende Sicherheitsmuttern und Loctite.



Ahhh, das Hinterrad ist auch drin.


Ein feierlicher Moment: Das Swift erhebt sich auf seine eigenen Schlappen!

Ich habe dann noch ein bisschen weitermontiert: Das Rücklicht ist angeschraubt und angeschlossen, der Dynamo-Schaltzug ebenfalls. Zum Schalten verwende ich einen einfachen Schalthebel. Der Hebel, der dem Dynamo beilag, hat mir nicht gefallen.


Jetzt lüfte ich das Geheimnis um das Bremskraftdifferential: Zwischen den beiden Blechen (1) sitzt das Differential (2). Es ist aus einem Stück 6mm Alublech gefertigt. Wo die Bowdenzüge (5) und (6) durchgehen befindet sich jeweils eine Bohrung.

Vom Bremshebel kommt die Bowdenzughülle (3) mit dem Innenzug (5). Dieser geht direkt durch die Hülle (4) weiter zur linken Trommelbremse. Mit einer Schraubklemme (7) ist der Bowdenzug (6) befestigt und geht zur rechten Trommelbremse. Das Differential (2) hängt nun freischwebend an den Bowdenzügen (5) und (6). Die Hebelkraft wird so genau aufgeteilt.

Nachteil dieser Konstruktion ist, dass der Stellweg der Bowdenzüge halbiert wird. Deshalb habe ich auch den grossen Motorrad-Handbremsgriff verwendet. Dieser hat einen grösseren Stellweg als ein Fahrrad-Handbremsgriff. Trotzdem lässt sich der Bremshebel bis zum Lenkhebel durchziehen. Die Bremswirkung ist bescheiden. Mal sehen, ob ich da noch eine Verbesserung machen kann.


So muss das sein: Der mit Armaturen vollgepackte linke Lenkhebel: (1) ist der 3-Gang Schalthebel. Ich verwende diesen lieber als den Drehgriff, er ist viel leichtgängiger. Den kleinen Hebel (2) habe ich aus 6mm Alublech selbst gebastelt. Mit ihm kann ich die Radlaufglocke bequem mit dem kleinen Finger bedienen. Der Originalhebel war mir zu primitiv. (3) ist der Griff der Hinterradbremse, mit (4) schalte ich den Dynamo ein.

Ausserdem ist oben noch der Tacho angebracht. Er ruht auf einen abgesägten Stück Alulenker, der mit dem Lenkerendstopfen verschraubt ist.

Am rechten Lenkhebel befindet sich der Vorderrad-Bremshebel und der 7-Gang Schalthebel.


Genauso vollgepackt: Der Hinterbau. Neben 3- und 7-Gang -Bowdenzug sind da noch Radlaufklingel, Bremse und Dynamo per Bowdenzug angesteuert. Vom Dynamo führen ausserdem noch die zwei Kabel weg für Front- und Rücklicht.

Die Kette ist hier noch nicht montiert. Ich habe sie in Teflonrohren geführt. Die übrigen Details sind genauso wie bei der ersten Montage.


Uups, schon fertig;-) Und schon probegefahren, super!

Die Fahreigenschaften sind wie vorher schon beschrieben. Das Swift ist schön leichtgängig. Bei Geradeausfahrt zieht es immernoch leicht nach links, was man aber problemlos gegenhalten kann. Auf geneigter Fahrbahn zieht es in Richtung der Neigung. Schlaglöcher wirken auf die Lenkung zurück. Die dabei an den Lenkhebeln auftretenden Kräfte sind aber gering. Überhaupt ist die Lenkung sehr leichtgängig, die Lenkkräfte sind gering. Die Wendigkeit ist durch die Radverkleidungsbügel etwas eingeschränkt. Die Breite einer 2-spurigen Strasse wird aber zum Wenden nicht ganz benötigt.

Die Federung ist ziemlich hart. Vorne ist das auch gut so, sonst würde sich das Swift zu stark aus der Kurve lehnen. Hinten würde ich mir aber was weicheres wünschen. Da muss ich noch experimentieren.

Der Bremsweg ist sehr lang, ca. 6m von 20km/h auf 0. Das kann ein Problem der Trommelbremsen selbst sein oder auch allein durch die Stellweghalbierung des Differentials verursacht werden.

Gewichtsmässig hat mich das Swift überrascht: Es wiegt jetzt schon 25kg. Davon gehen knapp 11kg auf den Rahmen. Der Rest von 14 kg sind die ganzen Fahrradteile, naja, ist ja auch eine ziemlich komplette Ausstattung. Ich habe allerdings eher mit einem Gesamtgewicht von 20kg gerechnet.

Naja gut, dann sollte die Verkleidung auch nicht mehr als 5kg wiegen um ein typisches Velomobilgewicht von 30kg zu erreichen. Das halte ich auch für realistisch.

Den Sitz habe ich 4 cm höher montiert. Dadurch öffnet sich der Sitzwinkel etwas, was ich angenehm finde. Man sitzt aber ganz schön aufrecht, mehr als bei meinen bisherigen Liegerädern. Für die Übersicht im Verkehr ist das aber nicht schlecht und unbequem ist es auch nicht.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden und es macht grossen Spass, mit dem Swift zu fahren.


Der 'Pilotensitz' :-) Das Rückenpolster besteht aus einer speziellen Böschungsmatte. Diese gibt es bei Pedalkraft speziell als Liegeradpolsterung zu kaufen. Sie ist sehr luftdurchlässig und verhindert so, dass man am Rücken schwitzt. Die Böschungsmatte hat beidseitig ein Flies, dazwischen befindet sich ein grobes Gewebe aus Kunststofffäden. Ich habe einen Bezug aus Netzmaterial drumrum genäht, das normalerweise zum Bespannen von Spannsitzen verwendet wird.

Die Sitzfläche muss hier so dick gepolstert sein. Durch die ziemlich aufrechte Sitzposition ruht sehr viel Gewicht auf dem Hintern. Über das Aussehen kann man sich streiten. Jedoch lässt diese kurze Form den Beinen grosse Bewegungsfreiheit.
Das Sitzpolster besteht aus 4 Lagen Isomatte, wobei die beiden inneren Lagen nur seitlich einen Keil bilden um eine Sitzmulde zu schaffen. Auf diesem ganzen Mattenblock liegt noch eine Lage Böschungsmatte auf. Dann ist das ganze ebenfalls mit Netzmaterial bezogen.

Die beiden Armlehnen bestehen im Kern aus Holzleisten, mit Isomatte und Netzmaterial bezogen. Die Rohre unterhalb der Armlehnen sind mit Isolationsrohren aus Schaumstoff gepolstert.

Ausserdem hier zu sehen: Der Radverkleidungs-Unterbau an den Vorderrädern. Das wird auf der nächsten Seite 'Verkleidungsbau' beschrieben.


© April 2002, Wolfgang Bion
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