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Frontverkleidung

Jetzt wirds kniffelig. Ich habe mir eine Skizze gemacht, die auf einem Foto mit Seitenansicht des Swift mit mir drinsitzend beruht. Und so grob habe ich auch eine Vorstellung, wie ich die Verkleidung aufbauen will. Es sollen möglichst wenig starre Elemente verwendet werden. Zur Aussteifung verwende ich wieder die Kunststoff-Leerrohre. Diese verklebe ich aber nicht mit den Schaummatten, sondern ziehe sie in Schaumstoffrohre ein. So kann ich alles wieder auseinandernehmen, falls das mal nötig sein sollte.

An die Form muss ich mich langsam herantasten. Zuerst wird die Verkleidung noch ziemlich unschön aussehen...

Beachtet auch die Hinweise zum Verkleidungsbau in meinem Designkapitel unter Verkleidungsdesign .


Für die Fronthaube habe ich erst mal 1,4m von meiner 1,2m breiten Rolle abgeschnitten und die Schaumstoffrohre für die Kunststoffrohre eingeklebt. Ausserdem sind noch zwei Aluschienen 25x2,5 zur Aussteifung vorhanden. Alles ist nur auf Verdacht gemacht, ob es passt wird sich noch zeigen.


Hier habe ich den Bug schon verschlossen und die Kunststoffrohre eingepasst. Die Bugpartie hat aber so nicht gepasst.


Da die Seiten der Verkleidung so stark gewölbt waren habe ich von innen eine zweite Lage Schaummatte eingeklebt. Bei der Verklebung habe ich Folie zwischengelegt und beim Andrücken stückweise herausgezogen. So kann man das besser ausrichten, die Folie verhindert, dass alles mit dem Pattex auf erste Berührung zusammenpappt.

Übrigens: Die Klebung hält viel besser, wenn man die Klebestellen vorher mit Schleifpapier gut anschleift. Das öffnet die oberste Porenschicht des Schaumes und der Pattex kann besser haften.


So sieht der hintere Teil in einer allerersten Annäherung aus.


Dieses Bild steht auf dem Kopf, das Innenleben der Verkleidung ist so wahrscheinlich besser zu erkennen:

1: Seitliche Verstärkungsmatten
2: Verstärkungen aus Plexiglas, die den langgestreckten hinteren Verkleidungsteil aussteifen.
3: In diesem Schaumstoffrohr ist ein Alurohr 12x1 eingelegt (herausnehmbar), das den Bereich um die Frontscheibe verstärkt.
4: Verstärkungsbügel aus 16x1er Stahlrohr, herausnehmbar. Den könnte ich auch mal gegen einen Alubügel austauschen.
5: In diesen Schaumstoffrohren liegen die Kunststoffrohre (herausziehbar). Sie bilden später den Luftkanal.
6: Der vordere Verkleidungsträger aus 12x1er Stahlrohr. Er hat noch zwei Rohrstücke nach oben hin angelötet. Über alle 4 Enden des Bügles sind Kunststoffrohre gestülpt.
7: Diese Schaumstoffrohre tragen die Hauptlast des langen Hecks. Hier sind Kunststoffrohre mit eingeschobenen 8mm-Kohlefaserrohren eingesetzt, alles herausziehbar.


Und so siehts inzwischen aus, einigermassen schlank. Man kann schon den Übergang zwischen Frontscheibe und Seitenscheiben erkennen. Die Frontscheibe habe ich weiter als geplant nach vorne gesetzt. Sie beginnt schon vor den Knien, dadurch bleibt mehr Bewegungsfreiheit.

Der Bug ist mit einem ersten Stück verschlossen. Die Lücke darüber wird zu einem grossen Teil als Lufteinlass für den Luftkanal dienen, ausserdem seitlich noch für Scheinwerfer.
In Natura sieht das Teil aber gewaltig gross aus, naja, ich gönne mir auch einiges an Innenraum. Bis hierhin wiegt die Verkleidung schonmal 3,3kg.

Der langgestreckte hintere Teil der Verkleidung ist ungünstig für die Stabilität. Hier ist die kürzere Verkleidung der Leitra im Vorteil. Das ändere ich als nächstes. Das gehört ja zu dieser Bauweise, dass man sich an die endgültige Form nach und nach herantastet. Bis hierhin gab es schon einige Zwischenstände, die zu hässlich aussahen, um sie hier zu zeigen ;-)

 
Um die Fronthaube zu verkürzen musste nach dem Vorbild der Leitra erst mal eine Heckhaube her. Dies ist die Rückwand, ein Bauteil ganz nach meinem Geschmack in elastischer Bauweise:

Es besteht nur aus Schaumstoff, hier zweilagig mit Hohlraum in der Mitte. Die Klappscharniere, die bei einem GFK-Bauteil aufwendig gestaltet werden müssten, sind hier aus Schaumstoffrohren entstanden. Da diese unten aufgeschnitten sind, lässt sich das ganze leicht abnehmen.


Die Heckhaube ist nach oben hin geschlossen. Nun muss die Fronthaube noch angepasst werden...


... und schon sieht das ganze ganz anders aus! Die Heckhaube ist nun fertig...


... sie hat innen noch Schaumstoffrohre mit eingeschobenen Alurohren 12x1 zur besseren Formgebung erhalten. Die geschlossene Haube ist so stabil, dass man sich darauf abstützen kann. Dabei wiegt sie gerade mal 300 Gramm!


Dieser Alubügel aus 12x1er Alurohr ist an dem vorhandenen Alubügel (Nummer 3 im Bild oben) mit Kabelbindern angebracht...


...und trägt einen abnehmbar eingesteckten Fensterrahmen, ebenfalls aus 12x1er Alurohr. Eingeklebte Rohrstücke 10x1 dienen hier als Steckverbindung. Diese Alurohrteile sind letztendlich nur mit dem Schaumstoff abnehmbar verbunden. Durch diese elastische Verbindung sind Schäden durch Stösse unwahrscheinlich. Die Teile sind auch klein genug, dass keine grossen Belastungen auftreten. Daher dürfte das eine ziemlich dauerhafte Lösung sein. Falls doch mal was passiert kann man die Aluteile aber austauschen, ohne an der Verkleidung irgendwas aufschneiden zu müssen.


Das war die Grundlage, um endlich das Dach fertig machen zu können. Sieht doch schon ganz gut aus, oder? Also mir gefällts! Noch einiges an Feinschliff ist nötig. Mit der Heckverkleidung wird das auch einen etwas geschlosseneren Eindruck machen.

Es ist schon unglaublich, wieviel Schaummatte man insgesamt so verbrät: Bis hierhin habe ich ca. 6 Quadratmeter zerschnibbelt! Wo sind die nur geblieben???


Das Dach ist vorne wieder mit einem geschlitzten Schaumstoffrohr befestigt. Hinten kommt später auch noch eine Trennmöglichkeit, dann kann ich das Dach abnehmen, wenn mir danach ist. Es passt gut in den noch entstehenden Stauraum der Heckverkleidung.


Die Frontscheibe ist hier nur provisorisch mit Klebeband befestigt. Später soll Klettband die Scheibe halten. Seitlich wird die Scheibe nicht befestigt. Sie geht nur bis knapp unter Augenhöhe. Wenn ich also geradeaus in den Verkehr gucke, gucke ich darüber hinweg.

Der obere Teil wird als Klappvisier ausgeführt. Dann erhalte ich bei schlechten Sichtverhältnissen schon einen ausreichenden, wettergeschützten Sehschlitz, wenn ich das Visier nur wenig hochklappe. Bei warmem Wetter leitet mir das geöffnete Visier Frischluft ins Gesicht. Das Visier wird am Dach befestigt. Es benötigt kein Scharnier, etwa wie beim Motorradhelm. Die Schaummatte ist ja elastisch. Zwischen Frontscheibe und Visier klebe ich Klettbandstreifen. Die beiden Scheiben halten sich dann gegenseitig in Position, wobei das Visier stufenlos mehr oder weniger geöffnet angeklettet werden kann. Im geschlossenen Zustand bleibt dann ein schmaler Spalt, durch den genug Luft kommt, dass das Visier nicht beschlägt.

Das Visier verschwindet zusammen mit dem Dach, wenn ich es abnehme. Wenn ich dann noch den Fensterrahmen-Bügel und die Frontscheibe abnehme habe ich freie Cabrio-Sicht!

Dadurch, dass ich ein Visier verwende und im Zweifelsfalle durch einen Sehschlitz gucken kann, ist die Materialwahl für die Frontscheiben weniger kritisch. Ich habe hier 'erst mal' einfaches 0,8mm Plexiglas aus dem Baumarkt verwendet. Wenn ich mal was besseres bekommen kann werde ich es aber austauschen.

Bei einer Probefahrt habe ich festgestellt, dass die Sicht ausgezeichnet ist. Der Sehschlitz ist absolut ausreichend. Die ganze Verkleidung stört die Sicht nach vorne nur sehr wenig. Bei der aufrechten Sitzposition war das auch nicht schwierig zu erreichen. Es gibt keine Probleme, irgendwelche Schlaglöcher o.ä. zu übersehen. Nur nach hinten kann man kaum was sehen. Da sollen Rückspiegel für Abhilfe sorgen.

Die Verkleidung ist schön geräumig, ich fühle mich nicht eingeengt.


Die Dynamo-Frontlampe ist am Hauptrahmen montiert. So steht sie auch ohne Verkleidung zur Verfügung.

 
So entsteht der Bugbereich: Erst mal ein Stück, das den Anfang des Luftschachtes bildet, dann seitlich noch was angepasst und...


...so siehts schliesslich aus. In die Öffnungen sollen mal die Akkulampen rein.


Kleiner Ausblick: Die Verkleidung bekommt seitlich noch Spritzlappen gegen Spritzwasser. Diese kann ich dann bei warmem Wetter hochbinden und habe so eine bessere Luftzufuhr. Ausserdem sind noch die Heckverkleidung und die Radverkleidungen angedeutet. Ohne diese sieht die Verkleidung noch etwas merkwürdig aus...


Innen halten diese Spanngummis die Verkleidung in Position. Das ist nur nötig, wenn der Weg besonders rumpelig ist oder wenn es sehr windig ist.


Hier sind die Akkulampen. Sie bestehen aus Halogenspot-Reflektorlampen mit 50mm Durchmesser. Das Gehäuse habe ich aus 50er Kunststoffrohren gefertigt: Das Teil 1 ist das dickere Ende, wo ein weiteres Rohr reingesteckt werden kann. Es wird erst hinter dem Bereich, wo sich das Rohr verjüngt, abgeschnitten. Dann wird der Innendurchmesser so abgeschliffen, dass das Teil 2 da sehr stramm von hinten hineinpasst. Das Teil 2 besteht aus dem dünnen Ende des Rohres. Wenn nun die Dichtung 3 wieder eingesetzt ist wird die Lampe 4 eingelegt und das Rohr 2 eingeschoben. Nur durch das Rohr 2 wird die Lampe 4 gut zentriert und festgehalten.
Ich habe die Lampe testweise mit einer 35 Watt-Lampe bestückt und 2 Stunden an 12 Volt angeschlossen. Das Gehäuse wurde ordentlich warm, ist aber nicht geschmolzen. Natürlich muss das hintere Ende offen bleiben. Das Gehäuse wurde nicht so warm, dass eine Schaummatte daran schmilzt. Es dürfte sich also direkt damit verkleben lassen, besonders, da ich nur maximal 20 Watt-Lampen einsetzen werde.


© April-Mai 2002, Wolfgang Bion
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