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Teilverkleidung für das Swift

In meinem Designkapitel  habe ich es schon geschrieben: Eine alltagstaugliche Verkleidung sollte möglichst vielfältig konvertierbar sein. Dann ist sie auf verschiedene Wettersituationen anpassbar.
Irgendwie ist es ständig zu warm für die Vollverkleidung. Obwohl ich hier schon einige Konvertierungsmöglichkeiten vorgesehen hatte, hatte ich selten Lust, mit der Verkleidung zu fahren. Daher baue ich mir jetzt eine Teilverkleidung und warte auf den Winter. Vielleicht wird es ja mal kalt genug, dass ich mir die Vollverkleidung zurückwünsche. Die ist dann schnell montiert.
Die Teilverkleidung soll sich bei trockenem und warmen Wetter möglichst klein machen. Also baue ich nur eine relativ kurze Nase, die weit nach vorne vorgezogen ist und hinten gerade mal über die Füsse reicht. Ein noch mal so grosser Teil, der sich bei Bedarf nach hinten klappen lässt, sorgt für zusätzlichen Schutz. Bei stärkerem Regen lässt sich daran z.B. ein Regencape befestigen, das bis über die Schultern reicht. Die Verkleidung ist an Werner Stiffels 'Roter Falter' angelehnt, eine Faltverkleidung, die er bereits 1988 gebaut hat.
Ich denke mal, ich komme mit dieser Verkleidung näher an die Grundideen, die ich in meinem Designkapitel  zusammengestellt habe.


So ein Gestell zu löten ist richtig viel Arbeit. Es besteht aus Restematerial, 10er, 14er und 16er Stahlrohre mit 1mm Wandstärke.


Hier sind noch einige Alurohre hinzugekommen, vorne 12x1, hinten 10x1, ausserdem noch eine zusätzliche Stützstrebe zum Hauptrahmen. Der hintere Bügel ist drehbar an einer M5-Schraube je Seite gelagert: Die Enden sind flach gedrückt, wobei jeweils ein Stück 2mm-Alublech eingesetzt und mit Loctite eingeklebt wurde. Dadurch wird dann ein Loch gebohrt.


Auf die vorderen Alurohre habe ich dann Schaummatten-Streifen mit Kabelbindern befestigt. Diese dienen als Klebeflächen, Pattex ist auch schon drauf.


Dann kam eine Lage Schaummatte drauf. Für die Wölbung musste die Matte im vorderen Bereich ein Stück weit eingeschnitten werden. Für das Beischneiden des unteren Randes ist gutes Augenmass und Kreppband erforderlich: Die Schnittkante vorher abkleben und von allen Seiten kontrollieren/korrigieren, dann erst schneiden.


Hier ist schon alles fertig. Die ganze Verkleidung habe ich mit Cordura bespannt, also auch den vorderen Schaummattenteil. Cordura ist ein sehr scheuerfester, wasserdichter Stoff, aus dem auch Taschen hergestellt werden. Es gab das Zeug mal als Meterware im Outdoorhandel.
Das Cordura ist nicht aufgeklebt, sondern rundum festgenäht. Das waren 5 Stunden sonntägliche Näharbeit, bis 23 Uhr. Ich wollte es fertig machen, weil für den nächsten Tag Regen angekündigt war. Das Foto zeigt die Verkleidung schon regennass. Vor dem Regen habe ich den Stoff noch mit Silikonspray eingesprüht, das stinkt zwar erst mal, aber dann perlt das Wasser in grossen Tropfen ab.

Im Regen wurde ich nur bis Schulterhöhe nass, auch die Arme und Hände haben Wasser abbekommen. Der Wind treibt auch viel Wasser ins Gesicht. Was man auf dem Foto nicht gut sieht: Die Hinterkante ist stark nach oben abgewinkelt, das ergibt sich aus der Form des Alubügels. Der ist nach oben gewölbt. Dadurch läuft das Wasser seitlich ab und nicht nach hinten. So bleibt der Körper zum grössten Teil trocken. Trotzdem war ich nicht unglücklich, als der Regen nach einigen Minuten nachliess. So nach und nach werde ich die Verkleidung wohl noch weiter zu machen.


Dabei soll es aber immer möglich sein, die Verkleidung so weit wie hier gezeigt zu öffnen!
Die schwarze Farbe ist nicht ideal, ich habe mehrfach das Licht eingeschaltet um besser gesehen zu werden. Es fehlen noch Reflektoren.
Und wie das so ist mit unwissenden Passanten hielt heute schon einer das ganze für einen umgebauten Kinderwagen. Watt hammwa 'lacht!

Jetzt muss ich mich noch um das Heckteil kümmern, er dient jetzt aus Windfang. Dadurch ist selbst mässig schnelles Fahren schon anstrengend. Als erstes verkleinere ich die obere Haube. Dann kommen vielleicht noch Seitenteile aus Cordura dazu. Ich denke auch an die Möglichkeit, die Frontverkleidung nach vorne noch zu schliessen, das muss dann aber auch faltbar sein.
Die 'alte' Vollverkleidung soll immernoch wieder montierbar sein.


© September 2003, Wolfgang Bion
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