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Versuche zur Schlafsack-Optimierung

Mein Sommerschlafsack Yeti VIB 150 'Pocket', mit 100g Daune zusätzlich aufgefüllt und als Decke verwendet.

Mit Schlafsäcken habe ich ein grundsätzliches Problem: Ich brauche einen Reissverschluss in der Mitte, nicht seitlich. Dann kann ich mich viel besser darin bewegen, zusammen mit dem Schlafsack auf die Seite drehen, die Hände rausstrecken usw. In einem normalen Schlafsack nur mit seitlichem Reissverschluss fühle ich mich eingeengt. Bei teilweise geöffnetem Reissverschluss ist die Öffnung irgendwie immer an der falschen Stelle.

Meine Schlafsack-Situation sieht so aus:

Yeti VIB 150 Pocket. Wiegt 420g, davon 150g gute Daune. Absolut extrem ultraleicht, es gibt nicht mal eine Kapuze.

Die Teile, die oben auf dem Bild auf dem Schlafsack liegen, habe ich ausgebaut: Yeti-Sticker, Produkt-Sticker, Reissverschluss und Gummizug, insgesamt ca. 60g Gewicht. Da ich den Yeti nur als Decke verwende, brauche ich keinen Reissverschluss, im Gegenteil, er stört nur. Auch der Gummizug ist unnötig. Der Sticker, naja, der wiegt auch was.
Als geschlossener Sack ist er so eng geschnitten, dass die Daunenfüllung zusammengedrückt wird, was zu kalten Stellen führt. Die Wärmeleistung reicht nur für Raumtemperaturen. Warum der trotzdem gut ist? Ich verwende ihn in der Hängematte als offene Decke, wobei die Füsse in einem warmen Daunensack stecken. So ist er komfortabel und sehr gut zu handhaben. Leicht und klein zu verpacken ist er wie kein anderer. Ich habe inzwischen 100g Daune nachgefüllt, gleichmässig verteilt auf alle 16 Kammern. Das war viel Arbeit. Jetzt ist der Yeti schön dick und warm und wiegt mit Mini-Packsack 500g.


Als robusten Schlafsack habe ich mir noch einen Kunstfaser-Aussenschlafsack von Carinthia besorgt, den Defence 4. Der ist wetter-unempfindlich und sehr geräumig, wodurch ich den Daunenschlafsack hier als Inlett verwenden kann. Mit zwei Kilogramm Gewicht soll der bis einiges unter Null Grad reichen. Mit dem Yeti zusammen dürfte der dann einen Temperaturbereich weit unter der Nullgrad-Grenze ermöglichen. Ausserdem hat der einen Mittelreissverschluss, wie ich ihn brauche. Bisher war er allerdings immer irgendwie zu warm für alles. Ich übernachte eben doch nicht im Winter draussen. Mal sehen, ob er im Frühjahr was taugt.

Und hier ist der ultimative Fleece-Schlafsack! Die Schlafkutte!


Jaja, sieht lustig aus. So richtig sch**ss-öko! Aber wenns doch so praktisch ist! Und so kuschelig :-)
Das Teil lässt sich bequem als Mantel tragen. Also abends, wenns kühler wird, reinschlüpfen und den Gürtel schliessen. Der Gürtel in Hüfthöhe hält die untere Hälfte auf einer Höhe, bei der nichts auf dem Boden schleift. Wenn ich den Gürtel öffne, rutscht es runter. Ich kann also dann irgendwann den Gürtel öffnen und mich in die Hängematte schwingen. Am unteren Ende ist ein Reissverschluss eingesetzt, damit kann ich unten zumachen. Der verläuft aber nicht von einer Seite zur anderen, sondern von hinten nach vorne. So ist er besser zu bedienen. Und da ich sowieso meistens auf der Seite liege, liegt der dann auch flach.
Vorne ist ein 2-Wege-Reissverschluss von einem alten Schlafsack eingesetzt. Damit kann ich die Vorderseite komplett öffnen, dann ist die Kutte als Decke verwendbar.
Angefertigt habe ich die Schlafkutte aus einer Fleecedecke, die seit dem letzten Winterschlussverkauf rumlag. Die Nähte sind stumpf vernäht: Einfach die Kanten aneinanderlegen und eine breite Zickzacknaht mit der Nähmaschine drüberlegen. Freie Kanten habe ich nicht vernäht.
Die seitlichen Armdurchgriffe lassen sich von innen mit Reissverschlüssen schliessen. Das ist aber etwas fummelig. Also mache ich die abends wohl einmal zu und das wars dann. Bei Bedarf ist der Front-RV schneller auf.


Die Kapuze ist weit geschnitten, der Schnitt folgt aber der Kopfform. Aufbau: Erst ein 10cm breiter Kragen. Mittig hinten habe ich dann einen weiteren Streifen 12cm breit als Mittelstück angesetzt und nach vorne bis über die Stirn gelegt. Weitere Stücke links und rechts zwischen Kragen-Vorderkante und Mittelstück-Vorderkante und zum Schluss werden die verbleibenden Dreiecke auch noch ausgefüllt.


Im Einsatz: Ich trage noch eine Badekappe, Nähte nach aussen gestülpt, weil die sonst über Nacht drücken. Die Badekappe schützt meine Haare, das Fleece reisst sie mir sonst aus.

Zusammen mit dem Yeti-Schlafsack, den ich einfach als Decke da drüberlege, ist das sehr warm. Bei 10 Grad Nachttemperatur habe ich den Mittelreissverschluss bis zu den Hüften offen gelassen um nicht zu warm zu haben.

 
Noch ein paar schechte Bilder :-)

Einen Nachteil gibt es aber auch: Mit 900g ist die Kutte nicht wirklich leicht, und ein Packvolumen von 10 Litern muss auch erst mal verstaut werden. Fleece lässt sich kaum komprimieren.
Daher will ich noch mit leichter Thermobekleidung experimentieren, die ich anstelle der Kutte nachts trage. Zusammen mit dem zusätzlich gefüllten Yeti müsste das für den Sommer reichen, vielleicht auch für 3-Jahreszeiten.

© Mai 2004, Wolfgang Bion
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