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Eine warme Decke für draussen ;-) 640g, auch als Hängematten-Unterisolierung verwendbar

An meiner Schlafsacklösung experimentiere ich schon lange erfolglos. Bei mir sind die Voraussetzungen aber auch denkbar ungünstig: Ich liege mit angezogenen Beinen auf der Seite, drehe mich oft rum und friere in der Nacht leicht (am Tag ist mir dafür oft zu warm...). Die angezogenen Beine bewirken, dass bisher jeder Schlafsack an Po und Knie spannt und dabei platt gedrückt wird. Auch in sehr geräumigen Schlafsäcken passiert das.
Ich habe schon zwei Vorversuche mit 'Quilts', also Decken mit geschlossenem Fussbereich. Das ist zum Einen der Yeti-Schlafsack mit 150g Daune, den ich umgebaut habe (Reissverschluss raus). Der reicht mir nur in gut geheizten Räumen und in tropischen Nächten. Zum Anderen ist es der Ray Jardine Quilt, der als Bausatz aus USA kommt, mit extra-Lage Kunstfaserfüllung gebaut. Die Füllung war leider von so schlechter Qualität, dass die schnell platt war. Von den erwarteten ca. 7cm Dicke blieben nur noch 3 übrig, das Gewicht wurde natürlich auch nicht geringer und das Packmass war echt nicht schön.
Aus dem RJ-Quilt habe ich mir zuerst einen Half-Bag gemacht, also einen Schlafsack der nur bis über die Hüfte reicht. In Kombination mit einer warmen Daunen- oder Fleecejacke sollte das reichen. Aber auch hier hat sich alles durch die Seitenlage platt gedrückt. Jetzt taugt der traurige Rest noch als Füllung fürs Sofakissen, mein bevorzugter Aufbewahrungsort für Schlafsäcke :-).
Also zurück zu den Ursprüngen, für mich scheint es nur eine Lösung zu geben: Die ganz normale Bettdecke!

Die Decke muss natürlich breit genug sein, um alles inclusive angezogener Knie abzudecken, ohne dass es im Rücken knapp wird. Und da das Gewicht auch im Rahmen bleiben sollte, musste ich mir was einfallen lassen. Die Decke ist als 3/4-lange Decke konzipiert, also auch in Verbindung mit einer Jacke gedacht. Ich habe aber zusätzlich noch eine dünne Lage Isolierung in einer 'Erweiterungsfläche' am oberen Ende hinzugefügt. Die reicht bis über die Schultern und bringt nicht viel extra Gewicht. Auf die Fussbox verzichte ich, da bin ich eh immer rausgerutscht. Ausserdem soll die Decke auch als Unterisolierung für die Hängematte zu verwenden sein. Für die Verwendung als Decke taugts natürlich nur im Zelt oder Biwaksack, sonst fliegt sie ja weg... (Den Yeti-Quilt musste ich schon mal anbinden)


Ausgangspunkt war ein Stück Primaloft von 150x110cm Grösse. Bestellt hatte ich 100cm für den Hängematten-Unterquilt. Am Fussende habe ich 80cm Breite gelassen, und entsprechend einen Keil von 75cm Länge abgeschnitten und oben wieder angesetzt. Das ergibt eine Gesamtbereite von 140cm am oberen Ende. Diese Breite liegt also dann in Höhe des Nierenbereiches. Das ist Platz satt!
Der Aussenstoff ist 'Fallschirmseide', das ich mal in grösseren Mengen bei Ebay bekommen habe. Es fühlt sich seidig weich an und ist leicht beschichtet. Wasser perlt gut ab, aber man kann durch den Stoff durch pusten, ist also 'atmungsaktiv'. Ich habe auch weniger stark beschichteten Stoff, denke mir aber, dass dieser etwas wärmer ist, aber auch etwas 'schwitziger'. Man könnte es glatt mit Pertex Quantum verwechseln. Ist bestimmt auch daunendicht. Die helle Farbe sollte dazu beitragen, Strahlungswärme zu reflektieren.


Die oberen 80cm sind aufgedoppelt mit einem Reststück von einem anderen Projekt. Die Form ergab sich dabei eher zufällig. Damit sollte die Decke in meinem 'Frierbereich' schön warm halten, an Beinen und Füssen friere ich nicht so leicht. Die Teile der Isolierung wurden dann mit Nadel und Faden in 50mm weiten Stichen locker zusammengesetzt.


Nachdem ich die obere Lage Stoff drüber gelegt und rundum Stoff und Füllung mit Stecknadeln fixiert hatte, wurde mit doppellagigem Garn 'gequiltet', so in 'gefühlten' 20cm -Abständen.


Dann erst am Rand entlang Stoff und Isolierung zusammengenäht, und in einem zweiten Durchgang den Saum umgenäht. Ich verwende einen leichten ZickZack-Stich, damit sich die Naht bei dem dünnen Stoff nicht zusammenzieht.


Die Schlaufen an den Seiten sind aus Gummi-Gewebeband, dort wirds mit der Hängematte 'zamm'zuselt :-)

Praxistest: Bisher nur einige Nächte im Schlafzimmer bei offenem Fenster und mit grossem Biwaksack. Bei 12 Grad Morgentemperatur prima geschlafen, das scheint aber schon nahe der Temperatur-Schallgrenze zu liegen. Entspricht aber meinem Zielbereich.
Keine Umgewöhnungsprobleme von Bettzeug auf Schlafsack. Die Kombination mit der Daunenjacke (500g) ist sehr angenehm. Bei wärmeren Temperaturen wird es auch ein Fleecepulli tun, den hat man ja sowieso immer dabei.
Die extra-Schulterabdeckung ist sehr gut: Auch die Daunenjacke kann im Schulterbereich schon mal spannen und dann dort plattgedrückt werden. Kein Problem, wenn der Quilt hier noch drüber liegt mit der dünnen Lage.

© Februar 2009, Wolfgang Bion
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