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Das Bootsgerüst

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Die Sea Cruiser Geometrie habe ich wie erwähnt verbreitert und in der Länge gekürzt: Höhen- und Breitenmasse habe ich mit 330mm/feet umgezeichnet, Längenmasse mit 300mm/feet. Zusätzlich ist der Bugsteven noch um 150mm kürzer und steiler gestellt. Dadurch musste ich die Spanten 1 und 2 zusätzlich schmaler machen. Der Hecksteven ist sozusagen abgeschnitten damit hier ein Steuer Platz findet.


Die Decksgeometrie ist etwas höher geworden. Zum einen ist das Achterdeck erhöht. Hier sind zwei stabile Decksleisten eingebaut. Dadurch könnte ich gut mittig eine Ladeluke hinter dem Süllrand einbauen. Der vordere Hauptspant läuft oben spitz aus. Dadurch ist er etwas höher als beim umgerechneten Sea Cruiser. Die seitlichen Flanken des 'Giebels' stimmen aber mit der Ursprungsgeometrie überein. Der Grund für die Spitze: Ich will einen Süllrand bauen, der der Deckskontur folgt. Beim Sea Cruiser ist der Süllrand flach.

Die Decksleisten, eine vorne und zwei hinten, sind so weit wie möglich diagonal gestellt und enden innen auf den Stevenbrettern. Das hat zum einen optische Gründe: Das Deck ist im Bug- und Heckbereich flach, das gefällt mir und ist windschlüpfiger. Zum anderen nehmen die Decksleisten aber auch einige Biegekräfte auf und versteifen damit das Gerüst. Zusammen mit den recht stark dimensionierten Bordleisten ist das Gerüst tatsächlich sehr steif. (Nachdem ich es in Folie eingewickelt habe -siehe Kapitel Unterhaut- konnte ich es kaum noch verbiegen!)

Materialbeschaffung ist so eine Sache. Bis jetzt habe ich noch keine Quelle für das wichtigste Material gefunden: Eschenholz. Daher musste ein altes Boot herhalten. Das führte zu weiteren Abweichungen von der optimalen Bauweise, die Lorenz Mayr beschreibt. Ursprünglich habe ich sogar versucht, von dem alten Boot die Kielleiter wiederzuverwenden. Aber das ganze 'Geraffel' erwies sich als unhandlich und unnötig kompliziert.

In der Mayr'schen Terminologie ist das Boot ein Einsentenboot. Die Beschläge für die Bordleisten und Senten musste ich nicht selbst anfertigen, sie waren ja schon vorgegeben. So bestehen die Bordleisten aus 40x12 Esche mit stabilen Beschlägen aus Aluguss. Die Senten sind aus Rundholz und mit Schiebehülsen aus Messing versehen.


Die Spanten und Steven bestehen aus 12mm Birke-Multiplex aus dem Baumarkt. Die muss ich gut vor Wasser schützen. Ich versuche es mit zwei Anstrichen aus Epoxy als dicke Abnutzungssschicht und zwei Anstrichen mit Parkettlack.
Übrigens ist das Holzgestell noch nicht fertig. Ich habe es nur soweit zusammengebaut, dass ich erst mal die Hülle kleben kann und sehe, ob alles funktioniert. Erst dann kommen die Feinheiten und die Lackierung.


Den Kiel habe ich aus Vierkant-Alurohr gebaut. Das wollte ich mal ausprobieren anstelle von Eschenholz. Da hier viele Verbindungselemente für die Spanten und den Presskiel-Hebel angreifen, erschien es mir einfacher, diese mit Epoxy ankleben und annieten zu können. Bei Holz muss eine Bohrung oft mit einer Messingbuchse versehen werden und wasserfest ausgeführt sein, damit kein Wasser in das Holz eindringen kann. Bei Alu ist das egal. Auf der Unterseite des Alurohres habe ich eine Kiefernleiste aufgeklebt und aufgenietet. Diese dient als Scheuerleiste und damit die Haut nicht direkt auf dem scharfkantigen Alurohr aufliegt. Ich hoffe, ich habe Glück und der Alukiel hält...


Die beiden Stevenenden haben abnehmbare Tothölzer, die später in der Hülle verbleiben. Das Gestell wiegt jetzt 11kg, was ich leicht finde. Aber es kommen ja noch Sitz und Süllrand dazu, ausserdem noch die Lackierung.


Hier schonmal Bilder der Inneneinrichtung:
Die Bodenbretter, die auch die Sitzfläche bilden, sind aus Kiefer oder Fichte. Es ist Restholz, das ich noch rumliegen hatte. Bei 9mm Stärke kann ich hier noch hemmungslos glattschleifen.
Seitlich sind die hinteren beiden der vier unterstützenden Sperrholz-Halbspanten hochgezogen und mit Leisten belegt. Die Breite habe ich genau meiner Beckenbreite angepasst. So habe ich guten seitlichen Halt und, wie Lorenz Mayr schreibt 'polstere Dich im eigenen Fleisch', halte mein 'Polster' zusammen.
Die Halbspanten sind aus 12mm (vorne) bzw 15mm (hinten, Sitzbereich) Birke Multiplex entstanden und liegen auf dem Kiel und den Senten auf. Die ganze Einheit ist nur eingelegt und so eingepasst, dass sie sich nicht verschieben kann. Sie wird mit einem Spanngurt gesichert. Dieser verhindert gleichzeitig, dass die angrenzenden Hauptspanten aus ihrer Arretierung am Kiel rutschen können. Die mittleren beiden Halbspanten liegen hinter den beiden Querriegeln des Presskiels und hintern diese daran, sich aufzudrehen.
Seitlich unter dem Süllrand sind noch die Schenkelstützen zu erkennen. Sie nehmen die Druckkräfte auf, die von den Deckstäben kommen, wenn sich das Boot unter Last durchbiegt. Ausserdem bieten sie seitlichen Halt fürs Becken. Die Knie kann ich dahinter klemmen. Falls sie zu schwach dimensioniert sind ist eine Neuanfertigung schnell gemacht. Und polstern lassen sie sich auch noch :-)

© März 2005, Wolfgang Bion
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