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Das Oberdeck

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Das Verdeck wird in drei Sektionen entstehen. Der vordere Teil bis zum vorderen Hauptspant besteht aus imprägniertem Baumwoll-Segeltuch. Das gleiche gilt für den hinteren Teil, ab hinterem Hauptspant bis zum Heck. Wie bereits erwähnt soll die Baumwolle für ein angenehmeres Innenklima sorgen. Ich denke auch, der Blick auf ein schönes Verdeck ist mir schon wichtig, schliesslich hab ich das später stets vor Augen. Da möchte ich nicht auf Plastik gucken.
Der Verdeckstoff ist übrigens bei Ebay geschossen. Der Verkäufer heisst Stoffmix und hat geeigneten Verdeckstoff in mehreren Farben als 'Segeltuchqualität in Leinwandbindung ... WASSERDICHT + ÖL-SCHMUTZ- u. FETTABWEISEND + TEMPERATUR- u. UV-BESTÄNDIG + SCHIMMELRESISTENT'
Der mittlere Teil zwischen den Hauptspanten soll aus PVC-Plane bestehen. Hier stösst man öfters mal mit den Knien von unten ans Verdeck. Bei Nässe, z.B. Regen, würde das Wasser sich an solchen Stellen durch ein Baumwollverdeck durchdrücken und man hat ständig nasse Knie. Ausserdem ist es einfacher, aus PVC-Plane den Süllrand zu machen. Dann kann ich kleben anstatt nähen.

Eine Sache habe ich mir noch ausgedacht: Das lästige Vernähen von Verdeck und Haut will ich mir ersparen und hier eine Möglichkeit schaffen, beides direkt übers Gestell miteinander verkleben zu können!


Hier ist der vordere Verdeckteil schon fast fertig. Um das Verdeck später mit der Haut verkleben zu können, klebe ich einen Fixierstreifen aus PVC-Plane an die Verdeckseiten. Am Bug ist eine Verstärkung aus dem gleichen Material angebracht. Die Klebung ist nur provisorisch, das ganze wird noch vernäht, bevor die Haut hier angeklebt wird.


Der Fixierstreifen bietet sich an, auch die D-Ringe hier festzumachen. Die Streifen aus fester PVC-Plane habe ich mit Zölzerkleber verklebt. Wenn später die Haut hier drübergeklebt wird, guckt nur noch der obere Teil raus. Die Streifen sind also unsichtbar.


So sind hier die üblichen drei D-Ringe je Seite entstanden. Ein Fixierstreifen für die Befestigung des PVC-Mittelteils ist auch schon vor dem Hauptspant quer aufgeklebt.


Und das gleiche noch mal am Heck.


Jetzt musste ich das ganze Verdeckteil wieder runternehmen und den Fixierstreifen an beiden Kanten rundum mit der Nähmaschine festnähen. Alle D-Ringschlaufen wurden miteingenäht. An die Oberkante nähe ich eine engliegende Zickzacknaht. Und das aus zwei Gründen: Zum einen kann meine Haushaltsnähmaschine nur einfaches, dünnes Haushaltsgarn verarbeiten und da bringt so eine Naht mehr Festigkeit. Zum anderen ist der Zickzackstich dehnbar. Der Faden kann also nicht unter der Dehnung der Hülle beim aufgebauten Boot reissen. Ausserdem ist die Naht später sichtbar und sieht als breite schwarze Linie gut aus.


So, jetzt gehts an den Süllrand. Dieser besteht erst mal aus einem solchen Ring aus dünnerer PVC-Plane. Ich habe hier einen Rest von einem Ortliebbeutel verwendet.


Der Mittelteil des Oberdecks besteht aus einem Stück Hautmaterial, aus dem der Süllrandausschnitt jetzt ausgeschnitten ist. Hier zu sehen ist die Unterseite, der schwarze Ring liegt also auf der Oberseite.


Der wird nun rundherum festgeklebt.


Und bekommt noch eine Abdeckung verpasst.


So sieht das dann von oben aus.


Das kann nun schon mit dem Verdeck verklebt werden. Der Süllrand aus D16mm Alurohr liegt zur Demonstration schonmal auf dem Ausschnitt. Er ist rundherum ca. 2,5cm breiter als der Ausschnitt.


Das Alurohr wird unter den schwarzen Rand gepackt und verschnürt. So einfach ist das.
Später versuche ich noch Gummiband statt der Schnur.


Und die Spritzdecke, die ich für 20 Euro auf einem Flohmarkt bekommen habe, passt perfekt.


Inzwischen habe ich auch Haut und Verdeck miteinander verhochzeitet. Beide Seiten der Klebestellen habe ich mit Kleber eingestrichen und gut trocknen lassen, bis sie nicht mehr von allein zusammenbappen. Dann habe ich zuerst das Verdeck und dann die Haut auf das Gestell gespannt und mit Hilfe von Fön und Tapetenrolle beide Teile miteinander verbunden. Überstehende Ränder habe ich zuerst aussen abgeschnitten und dann innen. Dazu musste ich das Gerüst aus der Haut nehmen und die Haut umstülpen.
Zunächst sass die Haut nicht sehr straff auf dem Gerüst. Nachdem ich aber die Bugspitze 2cm 'zu knapp' geschlossen habe, konnte ich mit dem Presskiel des Gerüstes alles schön stramm spannen.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass sich das bis zum nächsten Tag wieder etwas gedehnt hat:


Hier entsteht die Heck-Stevenkappe. Als Rammschutz klebe ich zuerst mal ein Stück Pressluftschlauch auf.


Dann kommt eine Abdeckung darüber, die ich eigentlich Stevenkappe nennen wollte. Aber leider ist das ein übles Flickwerk geworden. Da türmen sich zum Teil einige Schichten Plane aufeinander. Gefällt mir gar nicht, bleibt aber erst mal so. An dieser Stelle muss die Haut ja nicht gefaltet werden, dann sollten sich die Schichten auch nicht voneinander ablösen.
Aber man muss ja alles mal ausprobieren :-) Beim nächsten mal lasse ich den ganzen Kram einfach weg und mache eine Naht, die ich genau einmal verklebe! Den Rammschutzschlauch kann man ja auch direkt auf die Stevenbretter nageln.
Der Steuerbeschlag ist zur Demonstration nur aufgelegt. Er wird mit dem dahinter sitzenden Totholz verschraubt.


Der gleiche Krampf am Bug nochmal, diesmal etwas routinierteres Flickwerk ;-)

Hmmm, wenn ich es mir so recht überlege, dann fällt mir gerade ein:
DIE HÜLLE IST FERTIG! Tutocompletti!

Klebefolien für die Bootsbeschriftung hab ich heute bei Ebay geschossen.

© März 2005, Wolfgang Bion
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